Allgäu und der Rest der Welt

2. Teil  -  zurück in die Türkei, weiter über Russland, Ukraine, Moldawien, Rumänien, Ungarn und Österreich nach Hause.


Wir sind wieder in Trabzon in der Türkei, rund 200 km hinter der georgischen Grenze.
Wir suchen den Hafen, nur wo ist der ? Nach einigen Stadtrundfahrten stehen wir dann vor den Büros die Fährpassagen nach Russland verkaufen. 150 Dollar für die Maschine und nochmals 75 für die Kabine erscheint mir zu teuer, aber wir wollen ja morgen weg.  Was folgt, haben wir befürchtet und man könnte darüber ein eigenes Buch schreiben:


Wir sind wie bestellt am Samstag um 11.00 Uhr im Hafen, die Fähre soll um 16.00 Uhr ablegen. Die Polizei sagt aber, die Passkontrolle sei um 19.00 Uhr. Wir harren der Dinge, machen auf unseren Mopeds, die jetzt im Hafen stehen und nicht mehr heraus dürfen ein Nickerchen und werden schließlich irgendwann am späten Abend verladen. Aufregung um unsere Pässe, irgendein Stempel soll fehlen, alles nochmals zurück ins Hafenbüro. Der Typ will 40 Dollar für den Extra Service, bekommt aber nichts.

Dann ist zwar alles verladen, die Luken geschlossen, aber der Kahn legt nicht ab. Immerhin gibt es was zu essen.  Um 23.00 Uhr lege ich mich in die 2 x 1,60 m große Kabine ohne Klimatisierung.




Die Duschen sind leider nicht verlockend. Bald bade ich im Schweiß und wache gegen 03.00 Uhr auf. Der Krach könnte vermuten lassen, dass das Schiff gerade auseinander bricht, aber es wird jetzt endlich der Anker gelichtet, wir legen ab.


Am nächsten Morgen verrät uns das GPS, dass wir um 16.40 Uhr im Hafen von Sochi sein müssten. Das ist schön, dann hätten wir noch etwas Zeit für die moderne russische Hafenstadt, in der an allen Ecken und Enden für die olympischen Winterspiele gebaut wird.



Wir stehen auf der Brücke und Artem, ein Russe aus Sochi, der nicht mehr englisch kann als wir russisch erklärt uns seine Heimatstadt. Er hilft uns auch beim Ausfüllen des kyrillisch gehaltenen Zollformulars und empfiehlt uns das Hotel seines Freundes Robert, der auch ein paar Worte deutsch könne.



Wir warten mit Artem, der nach Hause möchte auf dem Schiff in Sichtweite auf Sochi.


Das Schiff ankert jetzt in Wurfweite des russischen Hafens. Wir warten, wird wohl nichts mit der Stadtbesichtigung. Ich lege mich irgendwann wieder in die Kabine und schlafe eine Weile im Schweiße nicht nur meines Angesichts . Um etwa zwei Uhr nachts dann wieder das vermeintliche Bersten des alten Kahns, der in jüngeren Jahren im Mittelmeer, davor vermutlich in nordeuropäischen Gewässern gefahren ist.

Der Anker wird gelichtet, eine halbe Stunde später legen wir an. Die Fußgänger dürfen das Schiff verlassen, PKW und LKW bleiben auf dem Schiff, aber damit wir unsere Motorräder herausfahren können, muss der Lademeister einiges bewegen, aber schließlich sind wir draußen.




Jetzt um 3 Uhr nachts steht uns der russische Zoll bevor, von dem es viele Schauergeschichten gibt. Aber entweder wir sind so exotisch oder die wollten auch ins Bett. Wir erleben bei den Russen nur freundliche Gesichter, ein paar deutsche Brocken werden ausgetauscht, das ist tatsächlich ein Motorrad der Marke BMW, BMW kennen schließlich alle, aber als Auto.

Und viele Formulare müssen von Hand ausgefüllt werden. Alles geht flott, wir schließen noch eine Versicherung für 4 Tage ab, ohne die geht nichts, dafür sind 25 Dollar fällig, sonst haben wir nichts zu bezahlen. 

So um halb 4 Uhr werden die Tore für uns geöffnet und wir sind in Russland angekommen.


Jetzt lohnt kein Hotel mehr, auf der Suche nach einem Kaffee machen wir noch eine Stadtrundfahrt, überall die olympischen Ringe, Zelte, Kongresse, die Hafenstrasse ist gesperrt.



Wir geben auf und fahren am schwarzen Meer entlang Richtung Ukraine. Die Straße ist kurvig und bergig und ein weiterer Versuch an einen Kaffee zu kommen scheitert an einer unfreundlichen Wirtin. Nach ein paar Stunden Fahrt geht endlich die Sonne auf, ich brauche erst mal eine Mütze Schlaf, sonst schlafe ich auf dem Motorrad ein. Danach unternehmen wir weitere Kaffee - Versuche. Erst der dritte gelingt und mangels Verständigung bestellen wir Kaffee, Omlett und alles was uns angeboten wird (zum Frühstück!).


Diese Variante der russischen Polizei ist zum Glück harmlos.


Unsere Motorräder werden wieder einmal fotografiert und mit dem ordentlichen Frühstück für zusammen 180 Rubel  geht’s weiter Richtung Ukraine.


Mittags legen wir noch mal einen kurzen Stopp ein und legen uns eine halbe Stunde auf die Motorräder. Ich liege da sehr bequem und kann auch sofort einschlafen.


Dann geht es über Novorossijsk, im 2. Weltkrieg wichtigster Stützpunkt der Schwarzmeerflotte, vorbei zur Grenze Russland – Ukraine.

Dieses Denkmal über die Straße erinnert daran, daß der Vormarsch der Deutschen im 2. Weltkrieg hier gestoppt worden ist.





Kurz davor kommt noch ein Kontrollposten der russischen Polizei und die wollen tatsächlich meinen internationalen Führerschein sehen, so war er wenigstens nicht umsonst.



Links geht es wie man lesen kann Richtung Port Kawkas, unsere Richtung.



Als ich zum ersten Mal das Assowsche Meer sehe,  passiert mir dann ein dummes Missgeschick. Um ein Foto zu machen fahre ich über einen Acker um auf einen Hügel zu kommen. Im niedrigen Gestrüpp übersehe ich ein Knäuel dicken Metalldrahts, der sich in meinem Vorderrad verwickelt und die Bremsleitung beschädigt. Aus dem Anschluss des linken Bremssattels läuft Bremsflüssigkeit aus. So fahre ich die restlichen 2500 km ohne die Vorderradbremse, spare sie mir für Notsituationen.


Jetzt geht es zur Fähre über die Verbindung zwischen Assowschem und Schwarzem Meer in die heutige Ukraine.

Obwohl wir schon anstehen, wird der Ticketschalter vor unserer Nase zugeknallt. Die Dame macht jetzt erst mal Pause. Unsere Motorräder stehen aber schon in der Warteschlange und die Ausreise aus Russland gestaltet sich relativ unkompliziert. Nur müssen wir nochmals zurück und eine Zollerklärung ausfüllen. Dieselbe haben wir schon bei der Einreise ausgefüllt, zweifach, aber beide behielt der Zollbeamte, wahrscheinlich für den Papierkorb, also jetzt eben nochmals. Ich trage auch ordentlich meine Spiegelreflexkamera wieder ein. Aber es interessiert überhaupt niemanden was wir ein oder ausführen. Das Gepäck wird nicht kontrolliert, wir werden auch nicht gefragt.
Endlich sind wir auf dem Kahn und zwanzig Minuten später auf ukrainischem Boden.      

Die Bärte von Helge und Lothar sind leider nicht im Pass und das passt den Ukrainern nicht so recht, außerdem wollen sie wissen ob wir Drogen, Alkohol oder viel Geld mitführen.   Ich verschweige meine Hausapotheke, trotzdem dauert das Prozedere so lange, dass es dunkel ist, als wir in der großen Stadt Kerc ankommen.



Der Besitzer der Dnjepr war gerade damit beschäftigt, seine Mütze mit Walnüssen zu füllen, die er an der Straße einsammelte.


Wir suchen bestimmt eine Stunde vergeblich ein Hotel.  Auf Hotels wird selten hingewiesen, es gibt noch seltener eine Leuchtschrift oder irgendetwas, was auf Hotel deutet. Wir geben auf und lassen uns von einem Taxifahrer durch die Stadt führen. Halsbrecherisch geht es über die im Zerfall befindlichen Straßen, nur vor den fehlenden Schachtdeckeln habe ich Respekt bei rund 100 km innerorts.

Aber durch vollkommen finstere Hinterhof- Wege kommen wir zu einem Hotel, das diesen Namen tatsächlich verdient. Es dürfte ein altes renoviertes Intourist Hotel sein. Wir werden durch Kellergewölbe in ein gepflegtes Restaurant geführt und genießen ein gutes Abendessen.

Der nächste Morgen führt uns zuerst zum Bankomat. Wir parken die Motorräder in Reih und Glied hinter einem Zebrastreifen auf einer breiten Straße. Wenig Verkehr und sie behindern niemanden. Aber die ukrainische Zivilstreife sieht offenbar ein Geschäft. Natürlich verzichten wir auf ein Protokoll, berappen die 50 Dollar (!) Strafe für das angebliche Falschparken, natürlich verzichten wir auch auf eine Quittung, schließlich wollen wir uns damit nicht aufhalten, wir haben noch 2500 km vor uns.
50 Dollar wird wohl ungefähr ein halbes Monatsgehalt sein, vielleicht auch etwas mehr oder weniger. Da wundere ich mich doch, dass wir nicht öfter angehalten worden sind.




 Wir haben die Krim vor uns. Gleich am Straßenrand eine Autobar, wer Durst hat findet hier alles, allerdings nichts ohne Alkohol, aber alkoholfreie Getränke sind anscheinend ohnehin in der Minderheit. 




Nach hunderten von öden und flachen Kilometern jetzt das krasse Gegenteil, schöne bergige Landschaften, verlockende Strände, kurvige Passstraßen mit schönen Ausblicken auf die Berglandschaft der Halbinsel. Aber auch hier wird gefahren was das Zeug hält und nirgends standen wir so knapp vor einem kapitalen Crash wie hier. Die Erkenntnis hatten wir schon länger, dass auf dieser Reise das gefährlichste der Straßenverkehr ist!



 

Trotzdem genießen wir an Jalta vorbei die Schönheit der Halbinsel Krim. 
























                                                                                                                       

Das Schwalbennest, Wahrzeichen der Südküste der Krim





Der Hafen von Sewastopol


Wenn auch zwischendurch im Regen und auf sehr glatten Straßen und fahren über Sewastopol, in dem die Reste der Schwarzmeerflotte liegen nach Simferopol. Auch in dieser riesigen Stadt finden wir nach 1 ½ Stunden kein Hotel. Nach Taxifahrerführung landen wir in einer erbärmlichen Absteige, wenn auch für umgerechnet nur 5 €. Elektrische Leitungen verlaufen vom Flur freihängend durch Löcher über dem Türsturz, der Dusche will sich niemand hingeben und ich bin wieder mal über meinen eigenen Schlafsack froh. Immerhin stehen die Motorräder bewacht vor dem Haus und ein freundlicher Ukrainer fährt uns  kostenlos ins Zentrum. Wir ziehen heute ausnahmsweise das Abendmenü im McDonalds vor, darum mache ich sonst einen weiten Bogen und fahren mit dem Taxi zurück.

Immerhin fällt uns das frühe Aufstehen am nächsten Tag leicht, wir werfen noch einen Blick auf den verwahrlosten Friedhof hinter dem Hotel und starten in Richtung Odessa.




Die Landschaft ist flach und öd. Riesige landwirtschaftliche Flächen, so weit das Auge reicht.




Irgendwo gibt es das obligate Frühstück mit schlechtem Kaffee und Rühreier


Wir fahren jetzt jeden Tag ohne große Pause, denn unser Pensum schaffen wir bei dem schon kurzen Tageslicht kaum.




Da wir außerdem einen Tag im Verzug waren und von großen Städten die Schnauze voll haben wollen wir in Odessa nicht übernachten. Wie immer gestaltet sich die Durchfahrt schon mühsam genug. Zwar sind am Ortseingang noch Wegweiser, danach aber wie üblich Ebbe. Wir machen mal wieder eine Stadtrundfahrt durch die interessante, aber riesige Stadt und wälzen uns von Stau zu Stau, bis wir den Ausgang gefunden haben.




Während die GS inspiziert wird, dient die Dnjepr als Verkaufsstand.




Den vier Fachleuten würde die BMW schon gefallen, als sie nach dem Preis fragen ist ihnen klar, daß sie dafür ein Leben lang sparen müssten und sie sich doch nicht leisten könnten. Mir wird wieder mal bewußt, wie nahe arm und "reich" beieinander liegen.




Die Strecke führt jetzt direkt am Schwarzen Meer entlang und überscheitet vorübergehend sogar die Grenze zu Moldawien. Überall am Straßenrand werden die Produkte aus Garten, Landwirtschaft oder dem Meer verkauft.




Der Kaviar im Glas wird uns für 100 US$ angeboten.


Als wir am Straßenrand eine Übernachtungsgelegenheit vermuten und nachfragen müssen wir 50 m weiter in das Übernachtungshaus über die moldawische Grenze gehen. Dort stehen moldawische oder ukrainische bewaffnete Soldaten, die uns aber ohne Kontrolle passieren lassen. Zum Abendessen müssen wir wieder von Moldawien rüber in die Ukraine und zurück zum Schlafen nach Moldawien.




Am nächsten Tag geht’s dann erst richtig nach Moldawien, die Ukraine lassen wir hinter uns.




Bei dieser freundlichen Ukrainerin gibts wieder mal Frühstück: Kaffee mit Omelett, Hurra !


Der erste Grenzposten gibt jedem einen kleinen handgeschriebenen Zettel mit den wir bei der Kontrolle 50 m weiter wieder abgeben dürfen, wahrscheinlich damit niemand auf dem Weg dorthin verloren geht ! Hier ist nichts los und entsprechend locker haben wir die Grenzformalitäten nach einer halben Stunde  hinter uns und stehen in Moldawien.




Hier dominieren eindeutig die Pferdefuhrwerke.


Dummerweise haben wir vor der Grenze nicht mehr getankt und der Tankwart im ersten moldawischen Dorf will uns weder für ukrainisches Geld, noch für Dollar oder Euro Sprit überlassen. Wir fahren weiter und kommen an einen Grenzübergang, der aber nur für Ukrainer und Moldawier offen ist. Wir müssen zurück, die Yamaha ist längst auf Reserve und fahren durch eine flache und trostlose Landschaft zu einem weiteren Dorf. Bis hierher war nirgends ein Auto zu sehen und ich zweifle, ob wir überhaupt richtig sind. Es kommt mir vor wie das Ende der Welt.  Dann am Ende des Dorfs tatsächlich die rumänische Grenze vor Galati.

Hier gibt’s auch Benzin und nachdem wir die moldawische Kontrolle hinter uns haben geht es ganz flott. Als EU Bürger haben wir vor den Ukrainern und Moldawiern Vortritt, dem rumänischen Grenzbeamten genügt ein Pass, wir dürfen passieren.




Bald werden wir feststellen, daß auch in Rumänien Verkehrszeichen nicht überbewertet werden sollten.


Wir wollen jetzt auf dem möglichst kürzesten Weg Richtung Heimat fahren, dafür haben wir noch drei Tage Zeit eingerechnet. Also fahren wir über Kronstadt, dem heutigen Brasov in Richtung Hermannstadt. Es ist wieder mal längst Nacht und in Fagaras treffen wir ein paar rumänische Motorradfahrer. Sie organisieren ein Hotel und ein Abendessen am Fastfood Stand, da alle Restaurants nach unserer obligaten Dusche geschlossen haben. Danach setzen wir uns noch ins Pub bei überlauter Musik, laufendem Fernseher und viel Qualm. Einer der Biker hat gerade eine gebrauchte Honda XL 500S für satte 1300 € mit diversen Mängeln erstanden. Dafür hat er 20 Jahre gespart ! Der Wert des guten Stücks dürfte so bei 200 € liegen, ich habe mit so einer XL immerhin über 60000 km zurückgelegt, es war mein 2. Motorrad und wird schon ewig nicht mehr gebaut. Werde also ein paar Ersatzteile organisieren und nach Rumänien schicken.




Wir sind bescheiden geworden, Wurst mit Keks (staubig und steinhart) ist heute die einzige Marschverpflegung, ansonsten darf auch noch zum Tanken gehalten werden.


Morgens geht es ungefrühstückt wieder mal früh raus und von Straßenbaustelle zu Straßenbaustelle. Hier wird überall gebaut und mir scheint, dass sich gegenüber vor drei Jahren, als ich schon mal hier war, einiges bewegt hat.

Leider donnern auf dieser Strecke Kolonnen von LKW, dazwischen wild überholende PKW-Fahrer mitten durch alle kleinen Dörfer, die dabei in zwei Teile geteilt werden, weil man die Straße kaum noch überqueren kann.


An Geschwindigkeitsbegrenzungen hält sich sowieso keiner, die Polizei kann dem gigantischen Verkehr nur noch zusehen. In Sibiu, dem früheren deutschen Hermannstadt holt mich ein eiliger Mercedesfahrer fast vom Motorrad und in Deva habe ich die Schnauze von diesem Mammutverkehr satt.




Wir biegen rechts ab und überqueren nach eine landschaftlich reizvollen Fahrt mit wenig Verkehr die Grenze zu Ungarn in Richtung Kecskemet.


Wie schon bei meiner letzten Reise durch Rumänien fällt mir auf, wie schön die Landschaft hier in den Karpaten ist. Man sollte sich viel mehr Zeit dafür nehmen, ich nehme mir vor, mal nur hierher zu fahren.





In Ungarn begrüßt uns Regen, aber wir wollen trotzdem noch bis nahe der österreichischen Grenze kommen. Wir genehmigen uns noch einen Kaffee, danach gehts nördlich am Plattensee vorbei Richtung Österreich.  Die letzten 200 km ist es dunkel und wird saukalt. Wir versuchen immer wieder einen flotten Lift zu bekommen und erreichen ein paar Stunden später ein kleines Grenzdorf hinter Körmend , wo ich ein freundliches Hotel kenne, in dem es bis Mitternacht gutes Essen gibt.

Dieses und die warme Dusche davor genießen wir ausgiebig, außerdem gilt es noch einen Geburtstag zu feiern. Heute waren wir 900 km auf der Straße, das alles auf Landstraßen.



Nach unserer letzten Hotelnacht freuen wir uns am nächsten Morgen alle saumäßig auf zu Hause.


Am Samstag geht’s zur 200 m entfernten Grenze und „nur“ noch durch Österreich. Der erste Kulturschock ereilt uns an einer Raststätte.



























Für drei Cappuccini im Pappbecher sind 8,10 € fällig, den Krapfen für 2 € verkneife ich mir. Aber für 8 € haben wir in den letzten Wochen komplett zu Abend gegessen, mit Getränken versteht sich.


Helge dreht kurz darauf nach Norden ab, er hat heute 800 km, damit schafft er es nach hause, wir fahren die 700 km über den Gerlos und Innsbruck und kommen abends alle wohlbehalten zu hause an. Selten habe ich mich so gefreut, wieder daheim zu sein.

Diese Reise war etwas besonderes, vergessen werden wir sie nie und das hier aufgeschriebene und ist nur ein kleiner Bruchteil des erlebten. Man könnte ein Buch darüber schreiben.


Die vielen Begegnungen mit den Menschen waren für mich das eindrucksvollste. Die Landschaften, auch wenn sie mancherorts öde waren, gesehen zu haben, die Bilder in mir aufgenommen zu haben war mir wichtig und habe ich jeden Tag und jeden Moment genossen.


Wir haben den Kaukasus gesehen, Kasbek und vor allem der Ushba sind imposante, eindruckvolle Berge.


Wir haben in Georgien und bei den Georgiern ein schönes freundliches Gesicht gesehen, welches auch wie immer mein Weltbild beeinflusst hat.  



Wir haben vieles gesehen, was wir als negativ bewerten und was elend, jämmerlich, im Verfall befindlich ist. Wir haben viel Armut gesehen und mir ist wieder deutlich geworden, in welchem Wohlstand wir in Deutschland leben und wie gut es uns geht.


Es wird sicher noch einige Zeit dauern, bis alle diese Eindrücke verarbeitet sind und viele Bilder werde ich auch ohne meine vielen Fotos immer und jederzeit abrufen können.




Wir hatten auch das Glück in den drei Wochen wenig schlechtes Wetter zu haben, unfallfrei und ohne nennenswerte Pannen und mit manchmal etwas Druck just in time über die Runden gekommen zu sein.
Dazu muss man unseren Motorrädern, meine GS hat nun immerhin schon über 100 000 km auf dem Buckel,  ein großes Kompliment machen, sie wurden ganz bestimmt am wenigsten geschont.  

 



Dass die drei Wochen außerdem in angenehmer Gesellschaft meiner Mitfahrer und harmonisch verliefen hat aus einem anstrengenden, erlebnisreichen  und schönen einen letztlich auch runden Urlaub gemacht. (auch falls sie behaupten, ich hätte einen Dickkopf und hätte morgens manchmal schlechte Laune – stimmt alles nicht !).




... wie man hier beim Frühstück in Mestia sieht !


Und natürlich sind wir auch ein bisschen stolz. Wir haben es geschafft !

Und wir werden es sicher nie vergessen.




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Werner Schüle, Oktober 2007